Buchrezension: Sometime after Midnight – a CinderFELLA Story

Liebe*r Leser*in,

in den letzten zwei Tagen habe ich L. Philips Roman „Sometime after Midnight – a CinderFELLA Story“ verschlungen. Das Buch, welches ich in der englischsprachigen Version gelesen hab, erschien im August 2018 im Viking Verlag. Diese Review kann und wird Spoiler enthalten, also überleg Dir gut, ob Du weiterlesen möchtest.

Cinderella im 21. Jahrhundert

„Sometime after Midnight“ handelt von Nate Griesheimer, Sohn eines berühmten (bereits verstorbenen) Gitarristen und Richard Cameron Pierce Jr. , dem Sohn von Richard Pierce, Inhaber des bekannten Plattenlables Paradise Entertainment. Nate und Cameron treffen sich eines Abends in einem kleinen Klub und sind auf Anhieb auf einer Wellenlänge. Doch als Nate schließlich erfährt, mit wem er den halben Abend verbracht hat, reagiert er mit Ablehnung.
Cameron, der nicht weiß, welche tragischen Umstände zu Nates Reaktion führen, erzählt Zuhause seiner Zwillingsschwester Tess von seiner Begegnung. Diese meint es gut mit ihrem „kleinen“ Bruder und Postet kurzerhand ein Foto von Nates Converse auf ihrem Instagram, Twitter und Facebook account.

Anyone know the owner of these shoes? My Prince Charming brother is looking for his Cinderfella!

 

Bildunterschirft zu Tess Social Media Post,
Sometime after Midnight, Seite 48,

Dass ihre Idee aufgeht und ihre Follower Nate in kürzester Zeit aufspüren, haben sie nicht erwartet. Das Ausmaß, dass Tess kleine Social-Media-Jag annimmt, überrascht nicht nur die beiden Geschwister, sondern auch Nate. Dieser flüchtet, von der Situation überfordert, mit seiner Lieblingsband auf Tour und wird zum Roadie. Doch die Anziehung, die Cameron schon vom ersten Moment an auf ihn ausgeübt hat, kann er nicht Leugnen. Ist Cameron es wert, das Nate sich mit seiner schmerzlichen Vergangenheit auseinandersetzte?

Erfrischend anders

„Sometime after Midnight“ war ein erfrischendes Leseabenteuer. Schon vom ersten Moment an waren mir die Protagonisten sympathisch. Philips schafft es, ihren Charakteren eine gewisse Portion Witz und Weisheit mitzugeben und lässt sie trotzdem erfrischend menschlich wirken. Auch wenn die Geschichte zu großen Teilen in der Welt der Reichen und Schönen spielt, so konnte ich mich immer gut in die Charaktere hineinversetzten und ihre Probleme und Sorgen nachvollziehen. Die Jugendlichen sind zwar alle um die 18 Jahre alt, wirken aber deutlich reifer. So eignet sich das Buch auch für Leser, die nicht mehr diesem Alter entsprechen. Ein, zwei Jährchen mehr hätten den Charakteren meiner Meinung nach auch nicht geschadet, aber das ist nichts, was die Handlung wirklich beeinflusst.

Die wirklich große Krise bleibt aus?

Natürlich hat die Geschichte um Nate und Cameron auch ihre Tiefen. Wer könnte sich auch eine Liebesgeschichte vorstellen, in der von Anfang an alles glattläuft? Ich jedenfalls nicht. Du vermutlich auch nicht oder?
Beim Lesen von „Sometime after Midnight“ ist mir mit der Zeit aufgefallen, dass ich bei jeder Situation, die böse ausgehen könnte, immer mit dem Schlimmsten gerechnet habe. (Das liegt wohl an den vielen Fan-Fictions, die ich in meinem Leben schon gelesen hab 😀 ) Doch nach ein paar solcher Situationen habe ich gemerkt, dass die meisten Krisen immer recht glimpflich verlaufen sind. Das hat meinem Lesevergnügen zwar keinen Abbruch getan, aber für mich hätte es schon ein bisschen mehr Drama sein dürfen. Ein zweites Mal würde ich dieses Buch deshalb nicht lesen, da mir einfach zu wenig passiert ist.

Eine Geschichte ohne Coming Out

Was mir jedoch gut gefallen hat, ist dass die Homosexualität der beiden Hauptcharaktere ein fester Bestandteil des Buches ist und die Geschichte nicht auf ein Coming Out hinarbeitet. Nate und Cameron fühlen sich in ihrer Haut wohl und ihre Homosexualität ist in diesem Buch nicht das Hauptthema, sondern einfach nur ein weiterer Charakterzug der beiden Protagonisten. Das fand ich ebenfalls sehr erfrischend zu lesen. Ich bin bei weitem kein Experte auf dem Gebiet der LGBQT Repräsentation in der Literatur, finde aber dass es L. Phillips doch recht gut gelungen ist, die sexuelle Orientierung von Nate und Cameron wie selbstverständlich in die Geschichte einzubinden.

Mein Fazit

Alles in Allem war „Sometime after Midnight“ eine erfrischende Lektüre, mit sympathischen Protagonisten. Philips Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Das Thema Musik könnte man ein bisschen weniger verurteilend in der Geschichte unterbringen, es wird doch recht viel über verschiedene Musikstile hergezogen. Eine Triggerwarnung für den Selbstmord des Vaters fände ich auch ganz angebracht, da nicht jeder Leser von so einem Event überrascht werden möchte. Das Buch ist eine leichte Liebesgeschichte, die schön zu lesen ist, aber doch noch etwas ausbaufähig ist, was den Plot und die tiefe der Charaktere betrifft. Wie ich oben schon geschrieben habe, werde ich das Buch kein zweites Mal lesen, fand es aber als einmaliges Lesevergnügen in Ordnung und hatte Spaß beim Lesen. Zudem finde ich auch, dass hier Romeo und Julia fast besser gepasst hätte, als Cindarella. Außer dem Foto von Nates Schuhen, gibt es nämlich keinerlei Überschneidungen mit Cinderella. 

So, das war meine Meinung zu „Sometime after Midnight“ von L. Philips. Hast Du das Buch schon gelesen? Wenn ja, wie fandest Du die Geschichte um Nate und Cameron?

 

Liebe Grüße und bis zum Nächsten Brief, 

Deine Lena


Sometime after Midnight – a CinderFELLA Story

  • Meine Bewertung: 2,5/5
  • Sprache in der ich das Buch gelesen hab: Englisch
  • Seitenzahl: 400
  • Preis: ca. 16,40€
  • Goodreads: Sometime after Midnight
  • Genre laut Goodreads: LGBT, Young Adult, Romance, Contemporaty, Fiction

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